Sonntag, 29. Juni 2008

Elbenwaldspektakel - Nachlese

Nun ist es also vorbei, das 3. Spektaktel auf Burg Bilstein. Schade ... Wie gut, dass das 4., vom 11.-14. Juni schon eingestielt ist. Denn es war wieder ein echtes Elbenwaldspektakel!


longlegs


Was das Spektakel auszeichnet sind: die breite Spanne der Fantasy, die bis in die SF und den Horror hinein abgedeckt wird; rundum gelungene Programme mit einer gesunden Mischung aus aktiven (Workshops) und passiven Programmteilen (Vorstellungen, Vorträge, Lesungen); eine professionelle Organisation; sowie vor allem die heterogene, aber einander bei aller Verschiedenheit liebevoll zugetane Community. Eine Community übrigens, die im Fluss ist, also nicht im eigenen Cliquensaft schmort. Im Gegenteil sind neben vielen, lieben alten Gesichtern auch immer viele neue Gesichter zu sehen, die für neue Impulse, neue Gespräche und andere Stimmungen sorgen.

So ist jedes Spektakel ein anderes Erlebnis. Dieses Jahr war es meinem Eindruck nach eher ruhiger und unspektakulärer, dafür konnte man mehr Gespräche und Diskussionen beobachten und belauschen.

Ein echtes Wagnis war, dass die Elbenwald-Crew dieses Jahr nur an einem Abend Livemusik bot. Und das ist, wie ich finde, auch in die Hose gegangen, zwei Abende ohne Musik (außer dem, was später natürlich vom Band kam) und ein Abend mit einer zeimlich schlechten Truppe (die allerdings ganz gut angenommen wurde) - nee, da fehlte definitiv was. Und das wa rnicht einfach nur Schelmish, die da fehlten, denn mittlerweile kann ich auch ganz gut mal ohne die. Aber egal, die Abende waren deshalb ja noch nicht schlecht, und selbst die skurrilsten Typen fanden ihren Spaß:

PICT1446


Die Vorträge waren weniger gut besucht als sonst - selbst Markus Heitz hatte bei der Lesung aus Kinder des Judas nur 25 Zuhörer/innen (später bei den Zwergen allerdings deutlich mehr) - dafür waren die Diskussionen aber intensiver und diesesr Austausch ist es, von dem wir Vortragenden ja am meisten profitieren. Mein persönlicher Höhepunkt war wieder die Lagertfeuerlesung von Markolf Hoffmann, Friedhelm Schneidewind, Markus Heitz und mir, die auch dieses Jahr fast das gesamte Publikum mit den Vorlesenden vereinte und stimmiges Fantasygefühl aufkommen ließ.

Die Workshops waren wieder voll und schreckten trotz intensiver, zu leistender Arbeit niemanden ab. Was in den Zimmern und Zelten so vor sich ging, konnte ich zwar nicht direkt sehen, aber die Crew von Bushikan brachte ihre begeisterten Schülerinnen und Schüler wieder in heftiges Schwitzen ... und wer weiß, wen sie damit alles nachhaltig vom Bushido zu überzeugen vermochten ...

Besonders gut (und beliebt, vor allem bei den Kindern, mit denen sie toll umgehen!) waren auch Juxart, die die ganzen drei Tage Jung und Alt mit ihren Performances und vielen kleinen, liebevollen Gesten zum Lachen und zum Schmunzeln brachten. Sie sorgtenmit ihrer Feuershow auch für einen krönenden Abschluss, von dem Sie hier einige Impressionen aus meiner Serie von Fotos mit Langzeitbelichtungen sehen können.

PICT1521


Kurz: es war wieder ein tolles Erlebnis, auf das ich mich im nächsten Jahr schon jetzt ganz besonders freue. Vielleicht treffe ich ja auch Sie dann dort ;-)


Mittwoch, 25. Juni 2008

Die Naturgesetze sind eben überall gültig ...

... so ist nach neuesten Erkenntnissen eines Forscherteams der Universitäten Victoria, Sydney, Taipeh und Bonn mit großer Sicherheit anzunehmen.

Die Teilchenphysik geht davon aus, dass es fundamentale Konstanten gibt, die universal gültig sind. Und letztlich hängt die Sicherheit eines sehr großen Teiles der naturwissenschaftlichen Erkenntnis davon ab, dass dem auch wirklich so ist. Unmöglich ist es aber theoretisch auch nicht, dass die Naturgesetze weniger stabil sind als in den herrschenden Modellen eigentlich angenommen wird. Die Sicherheit der Grundannahmen aber hat Auswirkungen bis hin in das tägliche Leben, etwa da, wo Ingenieurskunst auf physiko-chemischem Basiswissen aufbaut.

Wie das Magazin Science berichtet, ist es Michael T. Murphy, Victor V. Flambaum, Sébastien Muller und Christian Henkel gelungen, nachzuweisen, dass eine der wichtigsten Konstanten - das Masseverhältnis von Proton und Elektron - auch in gut 7 Milliarden Lichtjahren Entfernung und damit eben auch vor 7 Milliarden Jahren - als es noch keine Erde und auch unser Sonnensystem nicht gab - exakt so ist, wie wir es hier und heute bei uns beobachten. Das bedeutet einen wichtigen empirischen Beweis für die Stichhaltigkeit physikalischer Grundannahmen.

Und es zeigt mal wieder, wie wichtig die ‚brotlose Kunst‘ der Grundlagenforschung ist. Wichtiger jedenfalls, als das ungezügelte Anschwellen der Heere von Wirtschaftlern und Juristen weiter zu forcieren ...

sunelipsoid

Freitag, 20. Juni 2008

Elbenwald im neuen Gewand

Der Elbenwald, einer der größten und bestsortiertesten Händler für Fantasybedarf, hat seinen Internetauftritt in ein neues Gewand gekleidet. Die alte, mit den Jahren etwas überladen wirkende Seite wurde in ein aufgeräumtes State of the Art-Design gekleidet, das trotzdem einen klaren Wiedererkennungswert besitzt und den knapp 20.000 eingeschriebenen Nutzern das Heimatgefühl sicherlich erhalten wird.

Damit stehen auch die Chancen sehr gut, die Nominierung für den Deutschen Phantastik Preis 2008 in den Gewinn des Preises münden zu lassen. Ich jedenfalls mag die Seite!

Montag, 16. Juni 2008

"Fantasy. Einführung." für den Deutschen Phantastik Preis nominiert

Vor etwa drei Stunden wurden die Nominierungen für den Deutschen Phantastik Preis 2008 bekanntgegeben. Mein vorletztes Buch, Fantasy. Einführung. wurde als Bestes Sekundärwerk nominiert. Ich möchte allen Menschen ganz herzlich danken, die mich bei dieser - allein von Genrefans ausgesprochenen - Nominierung unterstützt haben. Das ist ein schöner Erfolg.

Nach der Ermutigung für meine Arbeit möchte ich jetzt auch gerne gewinnen! Die Hauptrunde läuft bis zum 31.8., Ihre Stimme können Sie unter www.deutscher-phantastik-preis.de abgeben (einfach Mailadresse angeben, dann erhalten Sie per Mail einen Code, den Sie bei der Wahl eingeben müssen - geht ganz schnell).

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir dabei helfen, denn ich finde - ganz unbescheiden -, dass das Buch es verdient hat. Danke!

Die Patientin Universität röchelt jetzt ziemlich ...

... es muss ihr wohl jemand die Luft abdrehen - arme Uni ...

Der Uni geht es auch immer schlechter. Ich rede dabei gar nicht von Bachelor- und Masterstudiengängen - die haben zwar den Humboldtschen Bildungsgedanken gekillt, aber für den sind wir Menschen anscheinend eh nicht ausreichend gerüstet. Nee, es scheint viel mehr so zu sein, dass die Verschulung des Studiums einem ganz großen Teil der Studierenden entgegen kommt. Da wird man wenigstens noch bis Mitte Zwanzig ans Händchen genommen und durch das Leben geführt und den späteren Arbeitgebern ist es auch lieber, wenn die neuen Akademiker nicht allzu eigenständig denken und fragen gelernt haben.

Nein, die Patientin röchelt immer stärker wegen der Sparmaßnahmen, die ihr die Luft abdrehen. Wie heute in unserem Käseblättchen plötzlich und voller Sorge zu lesen ist, geht es den Geisteswissenschaften an den Kragen. Schön, dass das mal jemand merkt. Gefördert wird nur noch, was effizient ist, und Orchideenfächer wie Byzantinistik, Ägyptologie, Geschichtswissenschaften, Philosophie, die Lehrerausbildung und ähnlich abseitige Wissensgebiete werden zusammengestrichen. Bringen ja keine Drittmittel ... oder outsourcbare Start ups ... oder Ruhm und Ehre.

Schade - und das nicht nur aus melancholischen Gründen, wie dem, das uns Menschen die Philosophie einst das Denken und Verstehen lehrte. (Zumindest soweit man gewillt war, sich aufs Verstehen einzulassen.) Schade also? Ja! Denn, es ist doch nicht so, dass wir nun verstanden hätten und sie nicht mehr bräuchten. Oder glauben Sie, dass es derzeit ein ausreichendes Maß an Vernünftigkeit und Empathie in der Welt gäbe? Und wie sollen die Kommenden lernen, zu verstehen? Oder zu hinterfragen? Oder zu urteilen? Und wer kann entscheiden, ohne sinnvoll und kritisch geurteilt zu haben? Schade, dass die Wolkenkuckucksheime der Geisteswissenschaften aussterben ...

maskiert_verblasst

Sehe ich da hinten in der letzten Reihe einen Ingenieur grinsen? Ja, noch haben Sie gut lachen und sind heißbegehrt. Aber warten Sie erst einmal ab, bis sich die Controller nach getaner Meuchelei in den Geisteswissenschaften an die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung machen. Ferne Galaxien beobachten? Die Gravitationswellen oder Higgs-Teilchen nachweisen? Das ist genauso brotlose Kunst wie die Philosophie. Nur werden euch Ingenieuren dann ganz schnell die Grundlagen für eure Erfindungen und den Fortschritt ausgehen.

Bleiben die Wirtschaftler und Juristen. Ich hoffe ihr werdet reich damit, euch gegenseitig Businesspläne aufzustellen ... schon da mit ihr uns Philosophinnen und Lehrer, Historikerinnen und Linguisten als Hauspersonal, Gärtner und Chauffeure beschäftigen könnt ... wir geben euren Kindern dann beim Babysitten auch schon mal den einen oder anderen Tipp für ein gelingendes Leben ... versprochen!

Dienstag, 10. Juni 2008

Abschnitt "Phantastik" eingeführt

Heute habe ich für die bisher publizierten Aufsätze zur Phantastik im Allgemeineren einen eigenen Bereich eingerichtet. Bisher waren sie unter Tolkien zu finden. Da ich jedoch zunehmend über andere Bereiche der Phantastik arbeite als nur über Tolkien und Fantasy - über die ich aber weiter schreiben werde! -, ist es sinnvoll, der Phantastik einen eigenen Bereich zuzuweisen.

Die augenblicklich dort zu findenden Arbeiten über Fantasy und Mythologie sind keine neuen Aufsätze, sondern dem Tolkienabschnitt von polyoinos entnommen. Ende Juni wird aber ein erster neuer Aufsatz - über den Horror - hier erscheinen.

Bis spätestens dahin also ...

Samstag, 7. Juni 2008

George R.R. Martins "Fiebertraum" wieder auf deutsch erschienen

"Fiebertraum" (Fevre Dream) einer der besten Vampirromane überhaupt ist auf deutsch wiedererschienen. Das Buch gehört zu den besten Büchern der Phantastik und zu den drei, vier besten Vampirromanen überhaupt. Wenn Sie auch nur das geringste Interesse am Genre haben, sollten Sie es lesen! Oder wenigstens zunächst diese Rezension.

George R.R. Martin ist heute hauptsächlich für seine noch nicht beendete Fantasy-Monumentalreihe "Ein LIed von Eis und Feuer" bekannt, aber alles was diesen großartigen Schriftsteller ausmacht ist auch schon in Fiebertraum enthalten.