Sonntag, 16. November 2014

Hobbit 3? Nö, ich freue mich nicht ...

Noch drei Wochen, dann kommt er der finale Auftritt von Peter Jacksons Mittelerde, oder was der Mann dafür hält. Und alle freuen sich. Zumindest sieht es auf Facebook so aus, wo ich naturgemäß viele 'Freunde' habe, die auch Tolkien-Fans sind und die sich jetzt in Form von Countdowns und Trailerpostings und alten Filmbildern auf DAS Event des Jahres vorbereiten.

Viel Spaß Leute, ich hoffe, dass Ihr auf Eure Kosten kommt. Ich werde mir den Film auch anschauen, so im Januar oder so. Wenn ich dazu komme. In der Vorweihnachtszeit ist einfach zu viel los.

Das war 2001 und in den Folgejahren natürlich anders, und es war auch anders beim ersten Hobbit-Teil. Aber jetzt habe ich keinen Grund mich übermäßig zu freuen und einen Platz im Terminkalender freizuräumen. Sicher da kommt eine optisch sehr cool gemachte Fantasygeschichte ins Kino, aber hey, es gibt auch viele andere coole Phantastik, Tribute von Panem 3 beispielsweise. Oder die Avengers und die Guardians, und die sind beide viel, viel besser.

Ja, wenn es einen neuen Tolkien-Film gäbe, da würde ich natürlich am Premierenabend hinrennen und aufgeregt drinsitzen. Aber ist ja alles nur lose an Mittelerde angelehnt ...


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In meinen Augen fällt die Hobbit-Verfilmung schwer auf die Schn****


Der neuseeländische Herr der Ringe der war ja noch sehr nah am Buch und in Teilen sogar sehr nah an Tolkiens Spirit. Aber der Hobbit hat nur noch ein paar Namen, den Schauplatz und die Form der Trilogie mit HdR gemeinsam, und die Dreiteilung ist ja bekanntlich auch nicht auf Tolkiens Mist gewachsen.

Die angebliche Grundlage der Filmreihe ist ein Kinderbuch von etwa dreihundert Seiten, das in eher loser Verbindung zum Kosmos Mittelerde steht. Die resultierende Verfilmung steht auch nur in loser Verbindung zum Kosmos Mittelerde, hat sich aber zu einem Monstrum ausgewachsen, das mit der Vorlage nicht mehr viel zu tun hat.

Die gesamten zusätzlichen Sequenzen und Themen haben nicht das Geringste mit dem Hobbit zu tun und sind auch eher mühsam dem HdR vorgeschaltet, wobei sich dann auch noch dicke Fehler einschleichen. (Man denke nur daran, wie Gandalf von Galadriel und Elrond geschulmeistert wird - das hat mit dem echten Gandalf - der für die beiden Elben ein Gott ist - nicht mehr als den Namen gemein.)

Beim Aufblähen der Geschichte ging es um nichts weiter als um das Aufblähen der Profite. Es gab nicht die geringste dramaturgische oder sonstige Notwendigkeit das durchzuführen, als den Wunsch, mehr Geld zu verdienen, indem man mehr Filme ins Kino schickt. Und das hat Mittelerde nicht verdient. Gebrauchsfantasy zur schnellen Unterhaltung gibt es reichlich, da muss man nicht das Bild eines der Bücher verfälschen, das den besonderen Geist des Genres, diese besondere Art der elbischen Verzauberung ausmacht.

Ich gönne Jackson ja durchaus seinen Erfolg und den Fans der Filme ihre Filme. Aber mich ärgert, dass das in Zukunft für viele Menschen Mittelerde sein wird: brüllende Albino-Orks, Slapstick-Zwerge und geckenhafte Elben. Schon nach den drei HdRs hatte Jackson fast das Monopol auf die Ästhetik Mittelerdes errungen; egal wohin man sieht, alles entspricht den ästhetischen Vorgaben aus diesen drei Filmen. Der Hobbit, der viel weiter vom Original entfernt ist, wird das nochmals festigen.

Irgendwann wird die Jacksonsche Mittelerde dann auch die Inhalte überlagern. Schon jetzt hört man in Gesprächen dauernd Referenzen auf etwas, das nur im Film HdR vorkommt. Wird das beim Hobbit genauso, so bleibt noch viel weniger von der Vorlage und ich erwarte in zehn Jahren ein Interview wie dieses:
"Sie als Tolkienexperte, Herr Weinreich, finden Sie nicht auch, dass die Art, wie der Autor Sauron im Hobbit darstellt, eine wunderbare Vorbereitung für den Auftritt dieses sinistren Charakters in der Ringerzählung ist?"
"Entschuldigen Sie bitte, da muss ich mich jetzt erst einmal übergeben."


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Die Ästhetik Mittelerdes ist schon nicht mehr die Tolkiens


Hey, es sind schon cool gemachte Filme, aber warum muss er die in Mittelerde spielen lassen? Warum nicht eine andere toll ausgearbeitete Fantasywelt nehmen? Vielleicht AD&Ds Dragonlance? Absolut cooles Universum, in dem sich WETA nach Lust und Laune austoben könnte. Da braucht es auch keine Slapstickzwerge mehr, denn Kender, richtig ausgespielt - ääh, ausgestaltet, meine ich natürlich - sind viel lustiger.

Ja, ja, ist schon klar. Ich weiß auch, dass es der Name „Tolkien“ ist, der sowohl für die Finanzierung, wie auch für einen Großteil der Zuschauerzahlen verantwortlich ist, und dass Ed Greenwood, Richark Knaack, ja selbst Weis & Hickman nicht annähernd so ziehen würden wie der Professor.

Doch aus der rein erzählerischen Perspektive betrachtet, ist es nach den beiden Teilen Hobbit, die ich bis jetzt gesehen habe, nicht notwendig, das da in Mittelerde anzusiedeln. All dieser Krach, diese Hektik und der Kampfkrampf passen viel besser nach Krynn, einer Welt, die erdacht wurde, um Rollenspielern in jeder Ecke der Landkarte actionreiche Abenteuer zu bieten.

Und wenn man bedenkt, dass Jackson einen guten Teil Mittelerde kaputtmacht mit seiner Interpretation, dann wäre es wirklich besser, ihn nach Krynn zu verbannen. Aber ob Eddie ihn überhaupt da haben wollte? Nun ja, es gibt unzählige begabte Drehbuchschreiber, die Jackson auch eine ganz eigene Welt basteln könnten. Und da hätte ich dann auch sicher wieder Spaß dran, denn es kratzte dann ja nicht mehr an meiner Lieblingsfantasiewelt ...

So freue ich mich aber nicht auf die Premiere ... Jedenfalls nicht so wie auf die Guardians oder auch nur eine beliebige Folge von Warehouse 13.


Mittwoch, 1. Oktober 2014

Warum man dem Gesetz mehr gehorchen muss als Gott

Was der IS gerade im Nahen Osten treibt, ist nur der mich wütend machende Auslöser dafür, einmal ein Dogma ganz klar als falsch zu identifizieren, das vor allem die Offenbarungsreligionen wie eine unbezweifelbare Wahrheit vor her sich tragen. Allerorten und -zeiten wurde und wird behauptet, man müsse Gott mehr gehorchen als dem Menschen oder dem Gesetz. Das ist falsch! Wahr ist:

Man muss dem Gesetz mehr gehorchen als Gott!

Der Islamische Staat bringt auf barbarische Weise Unschuldige um und scheut im vorgeblichen Namen Allahs auch nicht davor zurück, Kinder zu töten. Aber auch in den USA gibt es genug Leute, die im Namen Gottes Akte der Barbarei begehen und beispielsweise Treibjagden auf die Patientinnen und Mitarbeitenden sogenannter "Abtreibungskliniken" veranstalten. Und selbst im Ukraine-Konflikt wird gerne auf den Willen Gottes verwiesen, der das Land angeblich mal geeint, mal russifiziert sehen möchte. Einig sind sich all diese Gottes-Willen-Erfüller darin, dass man schließlich Gott mehr gehorchen müsse als dem Menschen und dem von ihm gemachten Gesetz.

Falsch!

Warum?

Weil das Gesetz der Maßstab und Handlungsrahmen für unser Zusammenleben auf Erden ist. Alles andere ist Glauben und Spekulation.

Natürlich werden viel strenge Gläubige und alle Fanatiker jetzt einwenden, dass Gottes Wille höher steht als der des Menschen, und dass er diesen außerdem offenbart und damit zum wahren Gesetz gemacht habe.
Aber warum sollte das eigentlich so sein? Und ich rede jetzt nicht davon, dass man die diversen Offenbarungen anzweifeln kann. Kann man natürlich ... aber das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass selbst wenn es Gott/Allah/Jahwe geben sollte, dieser nicht das Recht hätte, seinen Willen über die unseren zu stellen.

Wenn er so mächtig ist, wie besonders die Offenbarungsreligionen behaupten, dann kann er das zwar de facto tun und ihn auch durchsetzen, zur Not bis der vorletzte Mensch in Fluten ertrunken und von Erzengeln erschlagen wurde, und der letzte Mensch sich voller Furcht endlich unterwirft. Aber damit wäre er doch ein ziemlich armseliger Despot.

Das wäre nichts als ein Ausdruck von Macht, und Macht legitimiert zu? Genau: zu gar nichts. Ein solcher eifersüchtiger Gott wäre um nichts besser als irdische Machtmissbrauchende wie Putin oder George Bush und zöge sich zurecht die gleiche Kritik wie diese zu.

Also Macht stellt Gottes willen schon mal nicht über unseren. Dann bleibt eigentlich nur noch Einsicht, die bewirken könnte, dass wir Menschen uns freiwillig dem göttlichen Willen unterstellen, weil wir eben einsehen, dass dieser ein guter ist. Das geht natürlich!

Aber es ist eine individuelle Entscheidung. "Man" muss Gottes Willen gehorchen, lässt sich daraus nicht ableiten. Allenfalls "Ich" muss, weil ich finde, dass es das Richtige ist.

Doch gerade die individuelle Freiheit ist es natürlich, die von sendungsbewussten und schlimmeren Gläubigen verneint wird. Nur treten die dann nie in die Diskussion ein, dass die von ihnen vertretenen Glaubenslehren aus dem und dem Grund gut für die Menschen seien, sondern behaupten schlicht, weil Gott dies so festgelegt habe, müsse man sich danach richten.

Erneut die Frage: Warum? Der einzige halbwegs ernstzunehmende Grund, der dann genannt wird, ist, dass er uns schließlich geschaffen habe.

Der Schöpfungsakt bewirkt nach dieser Lesart so etwas wie ein Eigentumsrecht. Ganz so wie mein Sohn seine Lego-Stadt baut (jetzt baut er eher Minecraft-Städte, aber das ist das Gleiche) und niemand ihm verwehren kann, die wieder einzureißen, so darf auch Gott ganz selbstverständlich mit Flut und Engelsschwert einreißen, was er aufgebaut hat, ja?

Nein, darf er nicht. Schöpfung begründet keine Eigentumsrechte, sondern führt zu Verantwortung. So wie Eltern ihre pubertierenden Kinder nicht aus dem Fenster werfen dürfen, darf Gott nicht einfach bestimmen, dass, wer Musik hört, ausgepeitscht werden darf, und wer Ehebruch begeht, gesteinigt gehört. Er könnte solche Gesetze aussprechen, aber er wäre damit ein böser Gott, was ein Widerstandsrecht Ihm gegenüber begründen würde, denn er wird seiner Verantwortung nicht nur nicht gerecht, sondern hat den Menschen allein zum Zwecke der Unterjochung durch ihn selbst erschaffen.

Dass ich keine Chance habe, einem allmächtigen Gott zu widerstehen, ist eine andere Sache, macht einen derartigen Gott aber nur noch böser, wenn er diesen gerechtfertigten Widerstand mit seinen überlegenen Mitteln bricht.
(Ich sage nicht, dass es keinen Gott gibt - vielleicht gibt es ja einen Schöpfergott. Aber mal ernsthaft: Würde der solche Anweisungen geben, vor allem aber aufrechterhalten, wie sie in Teilen der Bibel, des Talmud und des Koran stehen? Diese teilweise durch historische Situationen erklärbaren, teilweise durch zeitgenössische Umstände, wie unterentwickelte Medizin und Hygiene, nachvollziehbaren Detailanweisungen sind auf eine so offensichtliche Weise nicht (!) von Gott, sondern von Menschen in bestimmten Umständen erlassen worden, dass es den Intellekt geradezu schmerzt, wenn es als Gottes Wort verkauft wird.)

Wenn Gott aber weder durch Eigentumsrecht noch durch Macht einen legitimen Anspruch darauf hat, dass sein Wort über dem des Menschen steht, wessen Wort gilt dann?

Die einzige Alternative ist die Verständigung auf das Gesetz, am besten auf so ein Gesetz wie das Deutsche Grundgesetz, das in einem Höchstmaß Freiheitsrechte und Gemeinschaftsschutz miteinander verbindet, wie kaum ein anderes Gesetz, das je in Form gegossen wurde. (Dass es in Deutschland so viele Missstände gibt, liegt jedenfalls nicht am Grundgesetz, sondern daran, dass es zu wenig beachtet und durchgesetzt wird. Und noch ganz wichtig: "Verständigung auf das Gesetz"; also ein durch Konsens in Kraft gesetztes Recht, keine Paragraphen, die sich Kim Jong Un und ähnliche Leute in feuchten Träumen überlegen.)

Wir haben - und viele andere demokratische Länder haben ebenfalls - ein Gesetz, das die Regeln für das menschliche Zusammenleben ziemlich gut regelt. Besser auf jeden Fall als all diese mit merkwürdigen Anweisungen behafteten, manche Menschen und Lebensweisen ein-, andere ausschließenden und insgesamt verdammt despotischen Heiligen Schriften.

Und deshalb muss man dem Gesetz mehr gehorchen als Gott.


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Dienstag, 30. September 2014

Warum man dem Gesetz mehr gehorchen muss als Gott

Was der IS gerade im Nahen Osten treibt, ist nur der mich wütend machende Auslöser dafür, einmal ein Dogma ganz klar als falsch zu identifizieren, das vor allem die Offenbarungsreligionen wie eine unbezweifelbare Wahrheit vor her sich tragen. Allerorten und -zeiten wurde und wird behauptet, man müsse Gott mehr gehorchen als dem Menschen oder dem Gesetz. Das ist falsch! Wahr ist: 
Man muss dem Gesetz mehr gehorchen als Gott!
Der Islamische Staat bringt auf barbarische Weise Unschuldige um und scheut im vorgeblichen Namen Allahs auch nicht davor zurück, Kinder zu töten. Aber auch in den USA gibt es genug Leute, die im Namen Gottes Akte der Barbarei begehen und beispielsweise Treibjagden auf die Patientinnen und Mitarbeitenden sogenannter "Abtreibungskliniken" veranstalten. Und selbst im Ukraine-Konflikt wird gerne auf den Willen Gottes verwiesen, der das Land angeblich mal geeint, mal russifiziert sehen möchte. Einig sind sich all diese Gottes-Willen-Erfüller darin, dass man schließlich Gott mehr gehorchen müsse als dem Menschen und dem von ihm gemachten Gesetz.
Falsch!
Warum?
Weil das Gesetz der Maßstab und Handlungsrahmen für unser Zusammenleben auf Erden ist. Alles andere ist Glauben und Spekulation.
Natürlich werden viel strenge Gläubige und alle Fanatiker jetzt einwenden, dass Gottes Wille höher steht als der des Menschen, und dass er diesen außerdem offenbart und damit zum wahren Gesetz gemacht habe. 
Aber warum sollte das eigentlich so sein? Und ich rede jetzt nicht davon, dass man die diversen Offenbarungen anzweifeln kann. Kann man natürlich ... aber das ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass selbst wenn es Gott/Allah/Jahwe geben sollte, dieser nicht das Recht hätte, seinen Willen über die unseren zu stellen. 
Wenn er so mächtig ist, wie besonders die Offenbarungsreligionen behaupten, dann kann er das zwar de facto tun und ihn auch durchsetzen, zur Not bis der vorletzte Mensch in Fluten ertrunken und von Erzengeln erschlagen wurde, und der letzte Mensch sich voller Furcht endlich unterwirft. Aber damit wäre er doch ein ziemlich armseliger Despot.
Das wäre nichts als ein Ausdruck von Macht, und Macht legitimiert zu? Genau: zu gar nichts. Ein solcher eifersüchtiger Gott wäre um nichts besser als irdische Machtmissbrauchende wie Putin oder George Bush und zöge sich zurecht die gleiche Kritik wie diese zu.
Also Macht stellt Gottes willen schon mal nicht über unseren. Dann bleibt eigentlich nur noch Einsicht, die bewirken könnte, dass wir Menschen uns freiwillig dem göttlichen Willen unterstellen, weil wir eben einsehen, dass dieser ein guter ist. Das geht natürlich! 
Aber es ist eine individuelle Entscheidung. "Man" muss Gottes Willen gehorchen, lässt sich daraus nicht ableiten. Allenfalls "Ich" muss, weil ich finde, dass es das Richtige ist.
Doch gerade die individuelle Freiheit ist es natürlich, die von sendungsbewussten und schlimmeren Gläubigen verneint wird. Nur treten die dann nie in die Diskussion ein, dass die von ihnen vertretenen Glaubenslehren aus dem und dem Grund gut für die Menschen seien, sondern behaupten schlicht, weil Gott dies so festgelegt habe, müsse man sich danach richten.
Erneut die Frage: Warum? Der einzige halbwegs ernstzunehmende Grund, der dann genannt wird, ist, dass er uns schließlich geschaffen habe. 
Der Schöpfungsakt bewirkt nach dieser Lesart so etwas wie ein Eigentumsrecht. Ganz so wie mein Sohn seine Lego-Stadt baut (jetzt baut er eher Minecraft-Städte, aber das ist das Gleiche) und niemand ihm verwehren kann, die wieder einzureißen, so darf auch Gott ganz selbstverständlich mit Flut und Engelsschwert einreißen, was er aufgebaut hat, ja? 
Nein, darf er nicht. Schöpfung begründet keine Eigentumsrechte, sondern führt zu Verantwortung. So wie Eltern ihre pubertierenden Kinder nicht aus dem Fenster werfen dürfen, darf Gott nicht einfach bestimmen, dass, wer Musik hört, ausgepeitscht werden darf, und wer Ehebruch begeht, gesteinigt gehört. Er könnte solche Gesetze aussprechen, aber er wäre damit ein böser Gott, was ein Widerstandsrecht Ihm gegenüber begründen würde, denn er wird seiner Verantwortung nicht nur nicht gerecht, sondern hat den Menschen allein zum Zwecke der Unterjochung durch ihn selbst erschaffen.
Dass ich keine Chance habe, einem allmächtigen Gott zu widerstehen, ist eine andere Sache, macht einen derartigen Gott aber nur noch böser, wenn er diesen gerechtfertigten Widerstand mit seinen überlegenen Mitteln bricht.
(Ich sage nicht, dass es keinen Gott gibt - vielleicht gibt es ja einen Schöpfergott. Aber mal ernsthaft: Würde der solche Anweisungen geben, vor allem aber aufrechterhalten, wie sie in Teilen der Bibel, des Talmud und des Koran stehen? Diese teilweise durch historische Situationen erklärbaren, teilweise durch zeitgenössische Umstände, wie unterentwickelte Medizin und Hygiene, nachvollziehbaren Detailanweisungen sind auf eine so offensichtliche Weise nicht (!) von Gott, sondern von Menschen in bestimmten Umständen erlassen worden, dass es den Intellekt geradezu schmerzt, wenn es als Gottes Wort verkauft wird.) 
Wenn Gott aber weder durch Eigentumsrecht noch durch Macht einen legitimen Anspruch darauf hat, dass sein Wort über dem des Menschen steht, wessen Wort gilt dann? 
Die einzige Alternative ist die Verständigung auf das Gesetz, am besten auf so ein Gesetz wie das Deutsche Grundgesetz, das in einem Höchstmaß Freiheitsrechte und Gemeinschaftsschutz miteinander verbindet, wie kaum ein anderes Gesetz, das je in Form gegossen wurde. (Dass es in Deutschland so viele Missstände gibt, liegt jedenfalls nicht am Grundgesetz, sondern daran, dass es zu wenig beachtet und durchgesetzt wird. Und noch ganz wichtig: "Verständigung auf das Gesetz"; also ein durch Konsens in Kraft gesetztes Recht, keine Paragraphen, die sich Kim Jong Un und ähnliche Leute in feuchten Träumen überlegen.)
Wir haben - und viele andere demokratische Länder haben ebenfalls - ein Gesetz, das die Regeln für das menschliche Zusammenleben ziemlich gut regelt. Besser auf jeden Fall als all diese mit merkwürdigen Anweisungen behafteten, manche Menschen und Lebensweisen ein-, andere ausschließenden und insgesamt verdammt despotischen Heiligen Schriften.
Und deshalb muss man dem Gesetz mehr gehorchen als Gott.