Montag, 27. April 2009

Gewalt in "Der Herr der Ringe"

Das Tolkien-Seminar an der Uni Hannover ist vorbei, und es war wieder ein tolles, spannendes und unheimlich ergiebiges Wochenende, an dem es viel zu lernen gab. Das Thema des Seminars war „Violence, Conflict and War in Tolkien“, und damit genau mein Ding, denn die dahinter liegenden ethischen Fragestellungen sind, was mich am meisten interessiert.

DTG_Sem_H_2009 (12)

Mein Beitrag war die Umsetzung eines lang gehegten Wunsches, nämlich endlich mal zu ermitteln, wie viel Gewaltdarstellung es wirklich gibt in Der Herr der Ringe. Es ist zwar das Buch über den Ringkrieg, und trotzdem umfassen Gewaltanteile maximal 20 % des Textes, die eigentliche Darstellung von Gewalttätigkeiten sogar nur gut 8 %!

Die Methode der Wahl, dieses zu ermitteln ist eine quantitative Inhaltsanalyse. Um Probleme die mit der Übersetzung zu tun haben zu umgehen (und weil es eine internationale Konferenz war), habe ich die Analyse allerdings in Englisch durchgeführt und beschrieben, weshalb ich im Augenblick nur auf einen englischen Text verweisen kann.

Wahrscheinlich wird es jedoch im Juli, auf dem Tolkien-Thing, zu einem Bericht der Ergebnisse auf Deutsch kommen, zu dem ich dann den Text übersetze und natürlich auch hier veröffentliche. Bleiben Sie dran. Bis dahin aber:

I would like to invite everybody interested in The Lord of the Rings to take a look at first results from the analysis of content of the Ring-Trilogy.



Montag, 6. April 2009

Sendepause

Hmm, jetzt herrscht schon über zwei Wochen Sendepause im polyoinos-Blog. Meine Entschuldigung? Viel Arbeit! Und zwar die meiste Zeit an meiner Inhaltsanalyse von Der Herr der Ringe.

In grob geschätzt 120 Stunden habe ich die gut 2,5 Mio Zeichen, aus denen der HdR besteht (ohne das Hobbit-Kapitel und die Anhänge) daraufhin untersucht, ob sie Gewaltdarstellungen enthalten oder nicht, und was das denn sonst war.

Seit es die Verfilmung von Jackson gibt, werde ich immer wieder darauf gestoßen, was für ein brutales Werk denn dieser Herr der Ringe ist. Um mal eindeutig zu klären, wie viel Gewalt denn im Buch wirklich enthalten ist, habe ich nachgezählt. Es war das einzige Mal, das ich am Lesen des Buches wenig Spaß hatte - aber dafür gab es interessante Einsichten.

Welche das sind, werde ich in einem Vortrag an der Uni Hannover am 24.4. erstmals präsentieren. Kurz danach veröffentliche ich die wichtigsten Ergebnisse natürlich auch hier. Also bleiben Sie dran.

Foto 3

Nur soviel vorab: die Reisebeschreibungen allein sind zweieinhalbmal so umfangreich wie alle Gewaltdarstellungen zusammengenommen.