Montag, 4. Juli 2011
Neuer Artikel über Genres
Von den fünf kürzlich entstandenen Schriften kann ich Ihnen hier auf polyoinos erst einmal nur eine anbieten, denn die Kurzgeschichte hat noch ein ungeklärtes Rechteproblem und drei der vier Vorträge sind für die Veröffentlichung andernorts reserviert. Doch die Genrebetrachtungen kommen hier zu stehen, und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sie lesen und eventuell sogar einen Kommentar hinterließen.
Je mehr ich mich mit den Genres der phantastischen Literatur befasse und mit Kolleginnen und Kollegen austausche, desto stärker wird mir klar, wie fragil der Genrebegriff ist, wie fließend alle Grenzen sind. Und dass man doch nicht auf Genres verzichten kann. Nicht nur wegen des Buchmarketings, für die Genres lebenswichtig sind, sondern auch für die literarische Diskussion. Nur, so finde ich, sollte man die Genres ganz entspannt sehen, weil die Klassifikationsmöglichkeiten eben starken Einschränkungen unterliegen, derer man sich im Gespräch bewusst sein sollte.
Das habe ich mal in einem Gedankengang zusammengefasst und auf dem letzten Elbenwaldspektakel vorgetragen. Die Publikumsresonanz bestärkte mich darin, dass die Ideen wohl ganz brauchbar sind, aber lesen Sie doch bitte selbst: Fantasy, Science Fiction, Horror - Gedanken über die Aussagekraft von Genreeinteilungen in der phantastischen Literatur.
Montag, 6. Juni 2011
Die wichtigsten Literaten Deutschlands ...
Der Focus hat eine Studie auf die Beine gestellt, um die wichtigsten deutschen Prosa-Autoren zu ermitteln. Auf den ersten zehn Plätzen der wichtigsten Autorinnen und Autoren steht mit Cornelia Funke auf Platz 4 nur eine ausgewiesene Phantastikautorin, und auch im Weiteren taucht niemand der üblichen Verdächtigen aus der phantastischen Szene mehr auf. (Gewinner? Grass auf eins, Walser auf zwei usw.)
Grundlage der Rangliste ist eine Kombination von Verkaufszahlen, Berichterstattung in den Medien, eigenen Fernsehauftritten, Auszeichnungen, Empfehlungslisten und dem Google-News-Index. Da scheint es erst einmal schon erstaunlich, dass keine Phantasten unter den ersten 50 Plätzen zu finden sind. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich dabei mehr als nur, dass Frau Heidenreich auch von den Bestsellerlisten keine Ahnung hat.
Erstens muss man die populärsten Listen, etwa die des Spiegel, relativieren, da dort nicht nach Nationalität unterschieden wird. Dann sind es zwar in Schüben auch Phantasten, die vorne mitmischen - etwa Joanne Rowling und Tolkien bei jedem neuen Film -, sonst aber überwiegen konstant Krimis und Thriller. Aber deren Autorinnen und Autoren sind meist keine Deutschen. Also stimmt es insgesamt (leider) sowieso nicht, dass die deutschen Verkaufslisten von deutschen Phantasten beherrscht werden.
Zweitens sind Medienpräsenz und Auszeichnungen Währungen, von denen Phantasten meist wenig profitieren, was an der Hypothek liegt, die die Phantastik als angebliches Schundgenre immer noch mit sich rumschleppt:
- Phantasten werden wenig ausgezeichnet? - Okay, das mag daran liegen, dass sie eben alle schlecht schreiben ...
- Phantasten werden nicht interviewt? - Klar, sie haben nichts zu sagen, denn sie schreiben nur über Wolkenkuckucksheime ...
Wenn Phantasten aber medial nicht so präsent sind, dann haben sie auch wenig Chancen über andere Listen und Indizes erfasst zu werden.

Also, wenn man sich mal so diese Phantastik betrachtet ...
Das relativiert den Eindruck der Unwichtigkeit der Phantasten denn doch. Dass nämlich sie alle so schlecht schreiben, ist Quatsch, wie der Verweis auf die jahrtausendelange Phantastiktradition der Geschichte schon beweist. (Elke Heidenreich mag Phantasten ja auch, sie müssen nur mindestens hundertfünfzig Jahre tot sein ... Goethe, Shakespeare, Aischylos ...)
Dass sie nichts zu sagen haben, widerlegt das gleiche Argument, denn Menschen würden Phantasten nicht seit Jahrtausenden zuhören, wenn sie irrelevante Themen drauf hätten: "Phantasten reden nicht weniger ernsthaft als jeder Soziologe - und sehr viel verständlicher - über das menschliche Leben" (Ursula Le Guin).
Nein, dass die mediale Aufmerksamkeit nicht in gleichem Maße da ist wie für die E-Literatur, hat mit Verständnis- und Akzeptanzfragen zu tun. Exzellente Akzeptanz und damit mediale Aufmerksamkeit wiederum bedingen andererseits auch einen großen Teil des Verkaufserfolges der E-Literatinnen und -literaten, die dann eben auch gekauft (wenn auch nicht unbedingt in gleichem Maße gelesen) werden. Deshalb kommt Markolf Hoffmann auch auf grundsätzlich weniger Verkaufszahlen als Martin Walser. Dass auch Markolf sein Handwerk perfekt beherrscht, kriegen dann vergleichsweise nur wenige Leser mit.
(Sie sagen, es gibt auch schlechte Phantasten? Natürlich! Wie überall sonst auch ...)
Aber Verkaufszahlen können sich natürlich immer auch ändern. Wenn Phantasten einen großen Verkaufserfolg haben, kann dieser, wie bei Rowling eben, auch alles, was in der E-Literatur gewohnt ist, weit überflügeln. Interessanter ist, was sich auf den Buchregalen in den Buchhandlungen tut.
Da stehen sehr viele verschiedene Phantasten und legen Zeugnis von einer lebendigen Szene ab. Nimmt man das Internet und seine Communities, die Gamer sowie die rege Offline-Szene dazu, so zeigt sich schon ein ganz anderes Bild des Genre-Erfolgs. Und wenn man diesen Leuten live oder in den Foren lauscht, so zeigt sich auch, dass die Bedeutung der Phantastik eher in Richtung Le Guins Ansichten als in die von Frau Heidenreich geht.
Con-Geplauder lässt sich nun schlecht belegen, aber schauen Sie einfach mal in die seitenweise verlaufenden Threads rein, in denen diskutiert wird, was mit diesem oder jenem Umstand/Ereignis/Person gemeint ist, und welche Bedeutung das für die Geschichte hat und warum dies wiederum für das Leben der diskutierenden Leserinnen bedeutsam ist. Da läuft etwas ab in der Phantastik und zeigt, dass sie ein höchst aktiver Teil der Kultur ist.
Die Inhalte scheinen mir bei der Einschätzung des kulturellen Lebens denn auch interessanter als Personen. Brillant war und ist etwa Grass´ Danziger Trilogie, und sie ist auch zeitlos, wo sie über den Menschen und seine Situation nachsinnt. Aber heute werden ähnliche Fragen in anderen Worten und mit neuen Motiven durchdekliniert, und neue Autorinnen geben auch andere Antworten.
Vor diesem Hintergrund kommen mir Personenrankings der wichtigsten Literaten dann weit weniger relevant vor als die Diskussion der wichtigsten literarischen Themen und Motive. Und da würde man dann auch über die Phantastik reden müssen.
Donnerstag, 19. Mai 2011
Warum es weder Handys noch Facebook bei Harry Potter gibt
In HP gibt es keine Handys. Niemand chattet und wenn man sich trifft - ob freundschaftlich oder in innig empfundener Feindschaft verbunden - dann trifft man sich immer und ausschließlich ganz altmodisch persönlich in den Gängen und Hallen des wunderbar verschrobenen Schlosses Hogwarts. Wie konnte sich Rowling das leisten, so an der Lebenswirklichkeit ihres Publikums vorbei zu schreiben?
Das lag nicht allein daran, dass sie eine 'alte' Frau ist, die von diesen neumodischen Dingen keine Ahnung hat, denn wenn sie so weit von ihrem Publikum entfernt wäre, dann hätte sie es nie so geschickt ansprechen können. Es lag vielmehr daran, dass diese neumodischen Dinge eben doch nicht so wichtig sind, wie die Technopessimisten gerne glauben wollen.

Die Essenzen sind essentiell (Myk Jung beim Tolkien-Reading-Day 2010)
Natürlich sind Facebook und Handy Sachen, die die Power-User auf keinen Fall missen wollen. Das nicht-missen-wollen geht so weit, dass es leicht als Sucht missverstanden werden kann. Aber letztlich sind das doch nur Kanäle und Mittler über die ein persönlicher Austausch stattfindet. Das Medium ist nicht die Botschaft - die Botschaft ist die Botschaft.
Und die Botschaft ist: ich mag dich; ich mag dich nicht; ich finde das hier toll; und das da doof. Das ist das Gleiche, was Rowling auch erzählt - nur leicht interessanter aufgemacht, aber mir fehlt gerade der Platz dafür. Rowling fokussiert auf das Interessante, alle Erzähler tun das.
Dann können das Handy und Facebook vorkommen, wenn sie denn eine Rolle in dem wichtigen Erzählten einnehmen (etwa in Daniel Suarez´ brillanten Büchern Daemon und Freedom (TM)). Aber sie müssen es nicht, auch dann nicht, wenn Jugendlichen Hochrelevantes über Jugendliche erzählt wird. Medien sind nicht notwendig ein essentieller Bestandteil der Lebenswelt. Die Essenzen sind essentiell, nicht die Kanäle, in denen sie fließen.
Notwendig sind die großen, berührenden Themen der conditio humana, und um die zu erzählen, muss sich niemand beim Publikum mit mehr oder weniger artifiziellen Versatzstücken aus dessen Alltag anbiedern. Deshalb gibt es keine Handys bei Harry Potter, keinen Chat in Susanne Gerdoms Elfenwelten und Christoph Hardebuschs Trolle bleiben (glücklicherweise) dabei, ihre Probleme auf Troll-Art und nicht mit Flamewars zu lösen.
Samstag, 7. Mai 2011
Faszination Fantasy - eine große Anerkennung
In Faszination Fantasy beschreibt Ulrike Treusch das Faszinosum und die Funktionen von Fantasy. Dabei zitiert und übernimmt sie zunächst uneingeschränkt meine Definition von Fantasy (Fantasy ist demnach ein literarisches Genre, dessen zentraler Inhalt die Annahme des faktischen Vorhandenseins und Wirkens metaphysischer Kräfte oder Wesen ist, das als Fiktion auftritt, die als Fiktion auch verstanden werden soll und muss; s. auch hier).
Nach einer Beschreibung des Genres kommt sie dann über die Kritik an Fantasy zu den Funktionen und hebt dort besonders auf die Verbindung zum Mythos und auf das sinnstiftende Potential von Fantasy in einer sinnentleerten Welt ab. Dabei greift sie seitenweise auf mein Buch Fantasy. Einführung zurück und zitiert alle relevanten Passagen über den Mythos sowie meine Überzeugung, dass Fantasy ein Mythos mit Augenzwinkern ist, ein nicht geglaubter Mythos.
Noch stärker und besser als ich selbst das tue hebt sie dabei hervor, dass die Funktion von Fantasy vom Publikum abhängt, davon, was das Publikum in den einzelnen Genrewerken sucht und dann zu finden meint, wobei der fund überhuapt nichts mit dem zu tun haben muss, was der Autor oder Regisseur dort hineinsteckte. Das ist meines Erachtens eine sehr wichtige Beobachtung, die hilft, eine ganze Reihe von Kritikansätzen über die angeblich so verführerische Kraft der satanischen Fantasy in die Schranken zu weisen.
Die EZW ist eine ziemlich wichtige Zeitschrift, die sehr weit verbreitet ist unter Theologen, Philosophen und allen anderen Kulturwissenschaftlern. Ich freue mich sehr darüber, dass Fantasy. Einführung an derart prominenter Stelle so positiv (und letztlich werbewirksam) beachtet wird. Ich hatte ja schon vor einem Jahr bei der Gründungskonferenz der GFF den Eindruck, dass sich das Buch durchsetzt ... dieser Baustein verfestigt den Erfolg noch einmal in einer hocherfreulichen Weise.
Freitag, 25. März 2011
Tolkien-Lese-Tag
Ich für mein Teil werde den Tag in Oberhausen, in der Buchhandlung von Lars Bauman - Zweitbuch, Dudelerstraße 17 - begehen und dort natürlich auch lesen.
Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, einen Abschnitt aus dem Kapitel "Über Hobbits" aus dem HdR und anschließend aus einem Brief an Houghton Mifflin zu lesen, den Tolkien 1955 schrieb, und in dem er eine ganze Reihe von Motiven anführt, die ihn dazu brachten, die Ringerzählung zu verfassen.
In "Über Hobbits" kann man nämlich sehen, welche Lebensweise der Professor schätzte. Wie er andernorts bekanntermaßen sagte, war er ja in allen Aspekten außer der Körpergröße selbst ein Hobbit, und das idyllische Landleben - friedlich, geordnet, frei von Hektik, erdverbunden - war seine Idealvorstellung einer angemessenen Lebensweise. Das mag langweilig und konservativ erscheinen, aber die Hobbits können zur Not ja auch anders und eine ganze Welt retten. So dürfte der Professor sich und seine ganz normalen Mitmenschen erträumt haben.
Diese Beobachtung ist für das, worauf ich heute hinauswill, entscheidend. Wenn ein Autor so unbedingt eine Geschichte erzählen will, wie Tolkien von Mittelerde erzählen wollte, dann gibt es enge Verbindungen zwischen Erzähler und Geschichte. Im Falle Tolkiens sind die vielfältig nachweisbar, und das genannte Lebensideal ist nur eine der Parallelen. Der eigentliche Punkt ist, dass die reale Lebenswelt in die phantastische Erzählung hineinreicht und zeigt, dass die Phantastik so phantastisch gar nicht ist.

Ab wann wird´s phantastisch?
In dem Brief an seinen amerikanischen Verlag nennt Tolkien mehrere solcher Parallelen. Zuerst die zu seiner Profession, der Sprachwissenschaft, wenn er sagt, dass er Mittelerde schuf, um den von ihm erfundenen Sprachen eine Heimat zu geben. Doch das ist nicht der einzige Grund und wäre auch ein wenig l´Art pour l´Art. Es ist aber auch eine stark christlich inspirierte Erzählung, es ist eine Geschichte über die Kraft der Schwachen im Angesicht der Tyrannei und es ist eine Geschichte über die Schönheit und Unbändigkeit der ungezähmten Natur, führt Tolkien in dem Brief weiter aus. Der Herr der Ringe enthält eine Vielzahl von "Kommentaren über die Welt", wie er es anderswo mal sagte.
Wenn das so ist, dann ist die phantastische Welt Mittelerde aber überhaupt nicht phantastisch. Dann ist sie eben das - ein Kommentar zur Welt, in der wir wirklich leben. Und wenn das auf Mittelerde zutrifft, dann gilt es für die Phantastik insgesamt - sie ist nicht phantastisch, sie handelt mit dem Mittel der Metapher vom realen Leben.
Es ist nicht einfach als spannende Unterhaltung gemeint, wenn in Star Trek eine Reihe von Folgen die Prime Directive behandelt, dass es der Föderation verboten ist, in die Geschicke weniger entwickelter Planeten einzugreifen und in diesen Folgen dann gezeigt wird, dass es manchmal mit Nichteinmischung einfach nicht getan ist. So ein Thema erzählt viel mehr über Srebrenica, Ruanda und heute Libyen und die Elfenbeinküste als von fernen Planeten.
Es ist auch kein Zufall, dass die High Fantasy in der Regel in vorindustrieller Zeit spielt. In Zeiten also, wo es mit Knöpfchendrücken nicht getan ist, sondern es auf die mentale Stärke von Individuen ankommt - nicht umsonst wird die Stärke von Magie in fast allen Geschichten von der persönlichen Stärke ihrer Nutzer abhängig gemacht. Das sind Träume, Überlegungen und Spekulationen über den Wert und Einfluss des Individuums, die wir im als ohnmächtig erlebten realen Leben stellvertretend ausleben wollen.
Nein, die Phantastik ist nicht phantastisch, sie berichtet auf ganz erhellende Weise von uns und unserem realen Leben. Oder glauben Sie, dass Goethes Gedicht vom Zauberlehrling, dem sein halbgares magisches Können über den Kopf wächst, irgendetwas anderes meint als einen Kommentar auf die menschliche Realität abzugeben? Dazu mehr im Frühsommer, wenn mein langer Artikel über dieses Thema im Tagungsband der GFF erscheint.
Aber erst einmal: Einen schönen Tolkien-Lese-Tag!
Donnerstag, 17. März 2011
Aktuell und traurig: die Reichweite menschlichen Betragens
Aber heute schon, wo der Mensch zeigt, zu welcher Größe, welcher Niederträchtigkeit und welcher Erbärmlichkeit er fähig ist – groß die Helden von Fukushima, niederträchtig Gaddafi und seine Schergen, erbärmlich der entwickelte Westen ...
Es kommt mir nicht leicht aus der Tastatur, das Wort vom Helden, aber die Fünfzig von Fukushima, diese Techniker und Arbeiter, die wissen, dass sie sterben werden – die es wussten, bevor sie ihre verzweifelte Arbeit begannen –, das sind Helden. Sie opfern sich für ihre Familien und die Gemeinschaft und zeigen damit, welche Größe der Mensch in der Not zu zeigen imstande ist. Wanderer, kommst Du nach Tokio, so verkünde dort, dass du uns hier habest liegen sehen, wie es die Pflicht befahl ...
Das Wolfsgesicht ist zur gleichen Zeit in Libyen zu sehen, wo eine Diktatorenfamilie ihr Volk abschlachtet und bald, nach dem Sieg, dazu übergehen wird, grausamste Rache an den überlebenden Männern, Frauen und Kindern zu üben. Und werden Saif al Islam und seine Brüder sich in fünf Jahren wieder lachend in Monaco, London und Marbella im Kreise der Reichen und Schönen amüsieren, ohne dass ihnen jemand etwas nachträgt? Wahrscheinlich schon.
Denn da sind ja noch die Erbärmlichen, die schlaff und mutlos zwischen Wolf und Gott stehen: die Regierungen des freien Westens, die solange taktieren, bis es niemanden mehr zu retten gibt und die nach einer Schamfrist das mit Blut versetzte Öl des Diktators kaufen werden. Ein Beispiel werden sie damit gegeben haben, dass all die anderen Lukaschenkos, Mugabes und Ahmadinedschads darin bestärken wird, anders als Mubarak nicht einfach zu verpuffen, sondern auch über einen Leichenteppich zu gehen.
Was der Trauer ob der aktuellen Ereignisse die Krone aufsetzt ist, dass selbst die Helden, nicht nur kein glückliches Ende finden werden, sondern dass auch all ihre Handlungen umsonst gewesen sein werden. Außer, dass sie damit ein Zeichen gesetzt haben. Ein Zeichen dafür, wie der Mensch auch sein kann. Aber so war es schon immer, und mehr ist wohl nicht zu erhoffen.
[Update 25.3.]
Sie greifen also doch ein, und weltweit gab es zuerst Zustimmung, doch schon ganz schnell wird kritisiert und nach einer Woche deutet sich an, dass es mit sehr ungewissem Ausgang noch lange dauern wird.
Trotzdem war das Eingreifen so richtig, wie es falsch ist, anderswo nicht einzugreifen (Elfenbeinküste, bald vielleicht Syrien?). Was wir brauchen ist eine "Zeitenwende" (Darnstädt, s. Link), die die Menschenrechte über die Staatssouveränität stellt. Was wir brauchen ist ein unter checks & balances stehender Weltpolizist.
Ein guter Artikel dazu steht heute auf Spiegel Online.
Freitag, 11. März 2011
Phantastische Artikel gesucht

Beachten Sie bitte, dass die Zeitschrift ab 2011 immer wieder erscheinen wird, und dass Sie deshalb, wann immer Sie ein gutes Thema haben, dieses einreichen können.
Und haben Sie auch nicht zu hohen Respekt vor der Wissenschaft. Natürlich kann ein akademisches Journal nur Beiträge veröffentlichen, die wissenschaftlichen Standards entsprechen. Aber sooo hoch sind die gar nicht, und die paar formalen Anforderungen sind ein Klacks. Was zählt, sind Ihre Idee, Ihre These, Ihre Befunde.
Wenn Sie möchten, können Sie mich auch gerne kontaktieren und ich berate Sie unverbindlich (und natürlich kostenlos) zu Fragen einer Veröffentlichung in der ZFF.